Seit wann machst du Musik?                                                                        Seit 1971

Wie bist du zu deinem Instrument gekommen?                                            Ich glaube, in meinem Leben als Musiker gab es zwei Initialzündungen: geboren 1952 in einem Elternhaus, in dem viel Bach und Mozart gehört wurde (und "Unterhaltungsmusik" eher verpönt war), fiel mir als Sechzehnjährigem das Jazzbuch von Joachim Ernst Behrendt in die Hände. Da las ich nun die spannenden Geschichten über Louis Armstrong, Charlie Parker und John Coltrane, ohne zu wissen, wie diese Musik überhaupt klingt. Jazz war für mich die Dixiemusik der amerikanischen Marchingbands, die man im Wiesbaden der 60er Jahre oft sehen konnte.

In einer Zeit, als alle Freunde eher Beatles und Stones hörten, fand ich den Sound des Modern Jazz elektrisierend. Ich war damals Stammgast mit geringer Kaufkraft in allen Plattenläden der Stadt. Das zweite Schlüsselerlebnis war eine Kasette mit Peter Green als Mitglied von John Mayalls Bluesbreakers. Diese leuchtenden Gitarretöne sind mir so unter die Haut gegangen, daß ich genau das auch machen wollte. 

So fasste ich mit 19 Jahren den Entschluss, das auf dem Bau recht sauer verdiente Geld für eine E-Gitarre auszugeben. Ich übte wie besessen. Nach einem halben Jahr wollte ich unbedingt Profi werden (es klang noch richtig schaurig), nach einem Jahr landete ich in meiner ersten Band. Ein paar Blue-Notes gingen mir relativ leicht von der Hand, so daß einige Leute irrtümlicherweise annahmen ich könne Gitarre spielen. Danach hatte ich über Jahre immer das Glück, in einer Band zu landen wo die anderen erst mal besser waren und ich aufzuholen hatte. 1978 nach sieben Jahren wars dann soweit: Ich hatte reichlich Gigs zu spielen und konnte mich mit Gitarrenunterricht selbstständig machen. 

In all den Jahren seitdem habe ich in unzähligen Bands gespielt, Tourneen in ganz Europa, Platten, Fernseh- und Rundfunkmitschnitte gemacht, im Theater und in Revuen gearbeitet. Überwiegend mit regionalen Bands (u.a. Kaleidoskop Band, die in den 80er Jahren in Bremen für Furore gesorgt hatten), bisweilen auch mit international bekannten Musikern (Kevin Coyne, Bill Ramsey mit der Werder Bremen Bigband, Lu Lafayette, Michael Houston, Louisiana Red - den Clapton für einen der weltbesten Slidegitarristen hält, Uli Beckerhoff, Helge Schneider - live und Radio Bremen CD Produktion). 

Augenblicklich spiele ich in mehreren Bands (u.a. "mein Baby" das Jazz-Blues Trio Nite-Spot, die Ramblin Blues Band, das Andre Rabini Sextett, die Kaleidoskop Band,  The Millionaires).

Was begeistert dich am Musik machen?                                                        Die Kommunikation mit den Bandkollegen und in den ganz besonderen Momenten das Gefühl „Es spielt mit mir“, bei dem man Zeit und Raum vergisst und trotzdem hellwach ist.

Wie fühlst du dich vor einem Gig?                                                        Meistens habe ich vorher das Gefühl, ich bin der Situation gewachsen, was ein angenehmes Kribbeln auslöst. Wenn das nicht der Fall ist und Angst in mir hochkriecht, fühle ich mich elend.

Dein Lieblingsmusiker ist . . .                                                                        immer noch Peter Green, zusammen mit ein paar Tausend anderen.

Was war dein peinlichster Auftritt?                                                              Jovel Music Hall in Münster. Wir waren als 60er Soulband für einen Oldieabend gebucht und brachten das Publikum zum Toben. Der Veranstalter versicherte uns,    dass wir ihm aufrichtig gefielen  und bat uns zur Vermeidung eines Fiaskos schnellstmöglichst von der Bühne zu gehen.

Was war das schlimmste Konzert das du je gehört hast?           Jedes Konzert, das stumpf, uninspiriert und gefühllos runtergedonnert wurde.

Packe einen Koffer mit dem was die Dir am wichtigsten ist. Was wäre drin?  Mindestens eine Gitarre, ein Schachbrett, ein Tischtennischläger und eine Flasche 61er Chateaux Margaux

Dein Lebensmotto ist . . .                                                                         Blamiere Dich täglich!

Was ist für dich die größte Erfindung der Menschheit?                              Liebe und Erkenntnis.










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